Sonntag, 19. Oktober 2014

Entlassung der unruhigen Art [Teil 1 - Frau Dr. Felsbrocken]

Ach Leute, das ist wirklich etwas, woran ich mich gar nicht gern zurück erinnere.

Der letzte Tag im Krankenhaus hat mich (das sowieso schon völlige Emotionswrack) total fertig gemacht.

BLÖDE U2
Es fing damit an, dass wir zur U2 beordert wurden. Und eigentlich hätte ich gern noch Minou vorher gestillt, aber wir gingen davon aus, dass es nicht so lange dauert und wir es auch bis danach noch aushalten können (also Minou und ich ;). Zudem waren meine Sachen noch überhaupt nicht gepackt und ich sollte auch noch abführen (wäh - blödes Thema, aber wichtig, um meine Stimmung von dem Tag rüber zu bringen ^^) und ich musste dringend mal meine Haare machen und war total im Schluffilook. Gut, alles hinten angestellt und wir bewegten uns schon zum Untersuchungszimmer und nahmen auf der Bank davor erstmal Platz.

Da warteten auch schon zwei andere Mütter mit ihren kleinen Würmchen. Und wir warteten und warteten ... es gingen zehn Minuten ins Land. Minou wurde schon leicht quengelig und ich hatte die ganze Zeit dieses Abführ-Thema im Kopf. Ich wollte das natürlich erledigt haben, bevor der Besuch meiner Zimmernachbarin kam ... wer will sowas schon mit Publikum machen???

Tja, nochmal einige Minuten die vergingen, bis die Tür aufging und die Krankenschwester jemanden rein rief - ohne Namen. Sie guckte aber in unsere Richtung und so standen wir auf und gingen rein. Bis sie uns bemerkte und leicht zickig darauf hinwies, dass sie nicht uns meinte. So - eine schon hibbelige und leicht sensible Neulings-Mama muss man so wirklich nicht ansprechen. Das kann nicht gut gehen ... und dem war auch so. Ich war wirklich angepisst, weil wir jetzt weitere zehn Minuten da saßen, ich schon vor mir sah, wie das Krankenzimmer voll von Leuten ist und ich auf dem Klo und weil Minou inzwischen noch schlechtere Laune hatte.

Ich überlegte jetzt direkt zu stillen - aber was, wenn wir gleich dran kommen? Und dann war mir das auch wirklich noch unangenehm. Ich meine, dass war direkt auf dem Krankenhausgang - da liefen auch wildfremde Männer rum. Und ich hab es wirklich nicht so gern, solche intimen Dinge mit denen unfreiwillig zu teilen. Ins Zimmer gehen dafür? Dann ist es ja noch blöder, wenn wir dran kommen und wir sind nicht gleich vor Ort -.- Also hoffte ich auf das schnelle dran kommen.

Zwischendrin heulte ich aber noch einige Male - denn das war wirklich zuviel für meine Nerven. Ich fühlte mich unglaublich gestresst. Und fand es auch einfach blöde, dass man uns schon zum Termin beordert hatte und uns dann doch fast ne halbe Stunde warten ließ :/

Na gut - wir kamen endlich dran. Minou zum Ausziehen auf die Wickelunterlage gelegt und da ging auch schon das Geschrei richtig los. Na ja, ne? Sie hatte ja nun auch wirklich Hunger.

Irgendwann stürmte die Kinderärztin aus dem Untersuchungszimmer von nebenan rein und fauchte uns erstmal schön dicke an. Sie hätte das da drüben schon gehört, wie unser Kind schreit. Und das ginge ja gar nicht. Man muss es ja mal beruhigen ... sie steckte den kleinen Finger in Minous Mund und Mäusi war erstmal ein wenig beruhigter. Die Ärztin wies uns oberschlau darauf hin, dass wir das ja auch mal längst hätten machen können. Außerdem könnte sie durch das Saugen an ihrem Finger erkennen, dass unser Kind hungrig sei. Das müsse man doch erkennen. Soviel Verstand sollte man doch haben, um sich das zusammenzureimen.

ACH NEE! Waaaahhh ... war ich sauer. So sauer, dass ich ... erstmal heulte :DDD Ja, inzwischen kann ich darüber schmunzeln, aber ich war echt, echt sauer. Klar, wir sind das erste Mal Eltern geworden. Wir kannten noch nicht alle Kniffe und Tricks. Das mit dem Finger zum Beispiel. Bitte entschuldigen Sie, Madame! Aber: ich wusste schon, dass mein Kind hungrig ist. Ich wurde aber leider so früh hierher bestellt, so dass ich mich vorher nicht mehr in Ruhe um das Bedürfnis meines Kindes kümmern konnte.

Oh mann - die Frau hatte echt Feingefühl wie ein sich vom Berg lösender Felsbrocken Warum hatte sie uns überhaupt noch gefragt, ob das unser erstes Kind ist???

Sie hörte jedenfalls nicht auf, weiter grob auf uns herumzutrampeln. Jetzt fing sie tatsächlich damit an, in den Raum zu schmeißen, dass man, wenn man merkt, ein Kind wird nicht satt, zufüttern müsste.

UND DA SPIELT NUN EINE WEITERE BLÖDE SACHE REIN:

Im Krankenhaus wird man von zig Krankenschwestern und Hebammen umsorgt. Und jede zeigt einem etwas anderes oder gibt einem einen anderen Tipp. Zum Thema STILLEN kann ich in meinem Fall sagen: es gab eine, die ziemlich schnell eine Flasche Milch ins Zimmer brachte und ich kann mich auch an eine erinnern, die mir eben klar machte, dass die ersten Tage Stillen nicht umsonst als die härtesten gelten. Weil man das Baby sehr, sehr häufig anlegen müsste und die kurzen Zeitabstände können ziemlich schlauchen.

Ich setze also jeden Tipp um - ich meine, hallo? Ich war schließlich unwissend in dem Gebiet. Da ist doch klar, dass man sich alles anhört und beherzigt.

Das sagte ich auch der Kinderärztin. Ich legte Minou so oft es ging an und alles schien in Ordnung. Frau Dr. Felsbrocken jedoch gab uns das Gefühl, unser Kind sei am Verhungern ... um dann bei den nebenbei laufenden Untersuchungen festzustellen, dass die Kleine schon fast wieder ihr Geburtsgewicht hat und dass ja sonst alles auch tippi toppi sei.

Und jetzt frage ich mich: WARUM STAND ICH DANN WIE DAS BLÖDE HEULENDE MÜTTERCHEN DA? Die Hebamme, die die Untersuchung begleitete, machte zwar einen einfühlsamen Eindruck - tatsächlich hat sie aber auch nicht wirklich zugehört und somit auch nicht verstanden, dass ich mich falsch behandelt fühlte.

Ja - und das beste kommt ja noch: wir wurden entlassen mit dem Ratschlag Milch zu besorgen! Und wir bekamen aus dem Krankenhaus auch noch welche mit - OBWOHL WIR SIE JA IM GRUNDE NICHT BRAUCHTEN. Aber mir hörte ja keiner zu.

Und dann kümmerte ich mich noch um die Toilettengeschichte (nicht auf meinem Zimmer), um da auch festzustellen, dass niemand sich erkundigte, ob das erledigt sei. Das hätte ich also getrost auch in aller privater Atmosphäre zu Hause machen können.

Na ja, wie dem auch sei. Wir konnten endlich nach Hause ... und die Sonne schien so toll an dem Tag! Aber was wir noch nicht wussten, die Unruhe sollte weitere Folgen haben.

Dazu aber beim nächsten Mal mehr. Das reicht euch sicher erstmal für heute ;)

Bis dann!

Eure


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