Dienstag, 25. August 2015

Bam! Bam! (oder auch: Wenn der Nachbar sich gestört fühlt ...)

Es gibt sie. Sie sind ganz unscheinbar, grüßen dich mit einem freundlichen "Guten Tag" auf der Straße, holen freundlich lächelnd das Paket ab, dass du für sie angenommen und aufbewahrt hast oder schnacken mit dem Postboten, wenn sie ihn zufällig bei seiner Auslieferungstour treffen. Ganz nette Gesellen so, aber weheeeee .... weeeeeheeee, dein Kind weint gegen 06:00 Uhr morgens, weil es Schmerzen durchs Zahnen hat und nicht weiß, wie es sich anders helfen soll.

Dann passiert es. 
Du - müde, gestresst vom Geschrei, weil Stillen, Beißring und Zahnungsgel keine Wirkung zeigen, aber nicht die Hoffnung verlierend, dass du das mit dem Würmchen schon gewuppt kriegst.
Nachbar - müde, gestresst vom Geschrei, haut gegen die Wand.

BAM! BAM!
Was? Wie bidde? Ehrlich jetzt? Es wird mit der Faust gegen die Schlafzimmerwand gehämmert, weil ein Kind weint?

Man mag es oft nicht glauben, wenn man sowas hört. Aber es gibt sie - diese Leute, denen einfach das Verständnis für Kinder-Geräusche jeglicher Art fehlt. Die meinen, dass es nur um sie geht. Und dass das, was sie tun, so auch richtig ist.

Ist es aber nicht - Punkt. Fakt ist, wir alle waren mal klein und haben jegliche geistige und körperliche Entwicklung durchgemacht. Manche mit mehr Gefühlschaos, manche mit weniger. Und manche taten eben einfach weh ... und da durften wir auch weinen. Und in manchen Fällen, wäre es hilfreich, wenn man sich an diese Zeit noch erinnern könnte. Da das aber leider nicht möglich ist, ist ein kleiner Stupser vielleicht ganz hilfreich.

Mir ist das, was ich oben schilderte, passiert. Und auch, wenn ich in der Situation gern durch die Wand gesprungen wäre oder schon daran dachte, drüben zu klingeln und denen mein zahnendes kleines Mädel in die Hand zu drücken, weil die das "Problem" ja anscheinend besser lösen können als ich ... ich bin für meine Verhältnisse ruhig geblieben (bedeutet: ich habe mich ordentlich entmotzt - musste auch gar nicht laut sein, bei uns ist so hellhörig, davon kam sicher auch was drüben an ^^) und habe mich nicht auf dieses Niveau begeben. Ich hätte ja auch zurück hämmern können, dachte aber an eine andere "Lösung". Also, erstmal etwas beruhigt und meine Kraft in die Schmerzlindeung und in den Trost von meinem Käsedrops gesteckt. Was für Balsam für meine Seele, als sie mit ein wenig Rest-Schluchzen endlich neben mir einschlief.

Am nächsten Tag bin ich dann los in meine Einkaufsmeile für meinen Gruß an den Nachbarn - alles, was ich brauchte, fand ich in der Drogerie. 



Mit der Botschaft "Hallo klopfender Nachbar. Da wir Eltern eines zahnenden Babys sind, den Ausschalter noch nicht gefunden haben ;) und Mitgefühl für unsere Nachbarn ausdrücken wollen, versorgen wir Sie gern mit Nervennahrung und einer kleinen Hilfe für eine ruhige Nacht. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Ihre Nachbarn" tütete ich die Dinge ein und warf sie in den Briefkasten.

Es wurde nie mehr an die Wand gehämmert ... mag aber vielleicht auch damit zusammenhängen, dass die Nachbarn etwas später auch mit einem kleinen Schreihals gesegnet wurden ;)

Natürlich ist es schade, dass man in solche Situationen kommt und es gibt sie immer wieder. Aber ich persönlich versuche sowas inzwischen locker zu sehen - auch wenn es mich immer fuchsig macht, wenn jemand grundlos gegen mein Kind wettert.

Also - immer schön locker bleiben ;)

Bis bald wieder!

Eure





Kommentare:

  1. Antworten
    1. Dankeschön. Anfangs wollte ich denen ja das schreiende Baby vor die Nase halten, aber die Idee fand ich dann doch besser ;)

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