Sonntag, 2. November 2014

Entlassung der unruhigen Art [Teil 2 - Milchterror]

Der Wahnsinn, den wir auf der Heimfahrt noch stillerweise im Gepäck hatten, startete ja schon im Krankenhaus. Ich hatte nämlich Probleme mit meinem rechten Möppie und konnte Minou nur ganz schwer anlegen (die ganze Zeit ohne Probleme, erst an dem Freitag ging das los).

Und zu Hause sollte das dann nicht besser werden. Im Gegenteil. Es wollte einfach nicht gelingen.

Am liebsten hätte ich gleich meine Hebi draufschauen lassen, aber sie war leider ausgerechnet an dem Wochenende nicht da. Sie bot mir jedoch an eine Kollegin von ihr zu kontaktieren und die sagte dann auch gleich für Samstagmittag zu. Bis dahin durchlebten wir Stunden, in denen wir das Gefühl hatten, unser Kind würde vor unseren Augen verhungern und Minuten, die sich wie endlose Stunden anfühlten.

Minou fragte natürlich sehr häufig Milch ab und ich konnte immer nur mit einer Seite dienen - klar, dass da irgendwann nicht mehr unbedingt die Mengen raus kommen, die meine Kleine satt gemacht hätten. Und so wurde natürlich die Laune von ihr von Zeit zu Zeit schlechter, was sich wiederum auch auf meine Geduld niederschlug.

Samstag - so gegen 07:00 Uhr
Ich erinnere mich noch genau, wie unsere Nerven Samstagmorgen dann komplett blank lagen, weil wir die zwei Fläschchen Milch, die wir aus dem Krankenhaus mitbekommen hatten, bereits verbraucht hatten und Minou immernoch forderte und forderte. Bis 12:30 Uhr (da sollte die Hebamme kommen) war es aber gefühlt noch eine Woche hin. Also war klar - wir mussten Milch einkaufen. Da sollte mein Männe los. Aber es war noch vor 08:00 Uhr. Also, er machte sich langsam schon fertig und ich versuchte, Minou zu beruhigen und mich selbst sowieso.

Als er dann endlich los war (fühlte sich für mich auch an, als wären Stunden vergangen), war ich total erleichtert. Es dauert nicht mehr lang und Minou bekommt wieder etwas richtiges zu trinken. Schließlich haben wir gleich um die Ecke einen Budni. 

Aber so schnell wie gedacht, kam er nicht zurück. Und ich wunderte mich schon, und fing auch schon an zu meckern (ja, tut mir leid, Schatz - aber das waren meine Nerven).

Ca. 09:00 Uhr. Endlich! Ich höre den Schlüssel im Türschloss. 
Allerdings gab es keine guten Nachrichten. Er hatte die HA-Milch im Rewe und Budni nicht gefunden und wollte eigentlich noch zur Apotheke. Aber die hatte noch nicht auf. 09:30 Uhr war also die nächste Zeit, die es abzuwarten galt. OMG! Ich dachte, ich flippe aus! Aber okay, es blieb uns nicht anderes übrig. Inzwischen wurde Minou dauergetragen und das sollte sich auch erstmal nicht ändern.

Tick, tack, tick, tack ... ich konnte den Zeiger der Uhr wirklich hören. Alle beide ... und nein, öfter auf die Uhr schauen, macht auch nicht, dass die Zeit schneller vergeht.

Aber jetzt. Er düst wieder los. Und ich ... warte und warte und warte ...

Gegen 10:30 Uhr. Er ist zurück.
Und herein kommt ein total abgehetzter Jung, dem ich die Genervheit auch schon im Gesicht ablesen kann. Es dauert auch nicht lang und er erklärt mir, weshalb ich das alles da sehe. Er war zwar bei der Apotheke, aber die hatten die Milch auch nicht vorrätig und hätten sie bestellen müssen, also war er noch im nächstgelegenen Einkaufszentrum. Beim dm. Und da gab es sie endlich!

Also machte ich die zügig warm und versorgte Minou damit. Und es fiel felsbrockengroßer Ballast von unseren Schultern. Das Gefühl, dass unser Kind verhungert, verschwand von einer auf die andere Sekunde. Das tat sooo gut. Sie war jetzt erstmal satt und die Zeit, bis zum Besuch der Hebi schafften wir jetzt ganz locker. Mein Schatz musste zur Arbeit und konnte zwar nervlich am Ende, aber immerhin irgendwie auch beruhigt jetzt gehen.

Als die Hebi kam, war ich so froh. Sie war so herzlich, es fühlte sich an, als hätte ich sie schon zig mal gesehen und ich hatte das Gefühl, mir hört endlich mal jemand zu (also, aus Kompetenzsicht ... denn mein Freund hörte mir natürlich auch zu Genüge zu ;) und versteht mich auch. Sie war auch entsetzt zu hören, wie wir im Krankenhaus behandelt und entlassen wurden. Und sie war sich auch sehr sicher, dass ein Stillhütchen ganz schnell Abhilfe in puncto Streikender-Möppie leisten kann. Notfalls sollten wir noch eine Milchpumpe besorgen, aber sie meinte, die brauchen wir ganz sicher nicht. Und so war es auch. Der Männe brachte die Dinge gleich nach der Arbeit mit (glücklicherweise war es nur eine kurze Schicht) und wir probierten es mit dem Hütchen - und tata! Es klappte einwandfrei. Da sich inzwischen ordentlich Milch angesammelt hatte, hat Mäusi natürlich von einer ordentlichen Portion profitiert ;)

Tja, das war das blöde Anfangskapitel unseres neuen Leben als Eltern. Heute schmunzelt man inzwischen ein wenig darüber und weiß, dass alles halb so schlimm war (zumindest Teil 2 der Geschichte) - aber zu dem Zeitpunkt eben nicht. Und ich sowas wünsche ich mir auch nicht noch einmal. Aber beim nächsten Mal kennt man ja inzwischen auch einige Tricks und steht dann nicht so hilflos und verloren da :)

Aber hey, es gibt auch ganz viele tolle und positive Geschichten zu erzählen - und die folgen! Garantiert! ^^

Bis bald!

Eure




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